Sehenswürdigkeiten am Arlberg für Motorradfahrer
Der Arlberg ist kein einzelner Aussichtspunkt, sondern ein ganzer Passübergang zwischen Tirol und Vorarlberg, an dem sich fast jeder lohnende Stopp direkt an der Route abgreifen lässt. Wer von Westen kommt, erreicht auf der Passhöhe zuerst St. Christoph am Arlberg. Der kleine Ort besteht im Kern aus dem alten Hospiz, einer Kirche und wenigen Gebäuden auf der offenen Passhöhe. Ein Parkplatz gleich an der Straße macht den Halt für Motorradfahrer unkompliziert.
Wenige Kilometer talwärts liegt St. Anton am Arlberg, der größte Ort der Tiroler Seite. St. Anton ist als Wintersportort weltbekannt, zeigt sich im Sommer aber ruhiger und dient gut als Versorgungspunkt mit Tankstelle, Läden und Gastronomie. Sehenswert ist der Ortskern mit der Fußgängerzone und das Skimuseum im Alten Widum.
Über den Abzweig an der Alpe Rauz führt die Flexenstraße hinauf nach Zürs und weiter nach Lech. Beide Orte gehören zur Vorarlberger Seite und liegen im hochgelegenen Tannberggebiet. Lech mit seiner Pfarrkirche und dem historischen Ortsbild ist der lohnendere der beiden Stopps; Zürs ist kleiner und stärker vom Skibetrieb geprägt.
Ein Bauwerk für sich sind die Flexengalerien. Die in den Fels gebauten, teils offenen Lawinengalerien auf der Strecke zwischen Rauz und Zürs zählen zu den markantesten Straßenbauten der Region. Sie schützen die Fahrbahn vor Lawinen und Steinschlag und sind schon beim Durchfahren ein Erlebnis. Als Sakralbau lohnt zusätzlich die Kapelle am Hospiz in St. Christoph.
Sagen, Geschichte & Kultur entlang der Route
Der Arlberg war über Jahrhunderte ein gefürchteter Übergang. Schnee, Kälte und Lawinen kosteten reisende Händler und Säumer regelmäßig das Leben. Um diese Gefahr zu mildern, entstand auf der Passhöhe das Arlberg-Hospiz in St. Christoph, das Reisenden Unterkunft und Schutz bot. Der Gründungsüberlieferung nach geht es auf Heinrich Findelkind zurück, der Ende des 14. Jahrhunderts die Bruderschaft St. Christoph ins Leben rief.
Die Bruderschaft St. Christoph sammelte Mittel, um das Hospiz zu unterhalten und Verunglückte zu bergen. Sie besteht in erneuerter Form bis heute und ist eng mit der Geschichte des Passes verbunden. Wer die genauen Jahreszahlen und Hintergründe nachlesen will, findet dazu Tafeln vor Ort.
Für die Sportgeschichte ist St. Anton am Arlberg ein zentraler Ort: Hier wurde der alpine Skilauf als Technik früh systematisch unterrichtet. Der damit verbundene Skipionier-Unterricht machte den Arlberg zu einer Wiege des alpinen Skisports. Das Skimuseum dokumentiert diese Entwicklung.
Kulturell prägend war die Walser-Besiedlung. Im Mittelalter zogen Siedler aus dem Wallis über die Alpenpässe und besiedelten die hochgelegenen Täler um Lech, Zürs und Warth. Ortsnamen, Bauweise der Häuser und alte Flurbezeichnungen gehen bis heute auf diese Herkunft zurück.
Natur & Stopps am Rande
Rund um den Arlberg liegen mehrere Gebirgsgruppen, die die Landschaft prägen. Südlich der Passstraße erhebt sich die Verwallgruppe, ein weitläufiges, wasserreiches Gebirge mit Stauseen und langen Seitentälern. Nördlich schließt das Lechquellengebirge an, in dem der Lech entspringt. Beide Gebirge sind vom Sattel aus als Kulisse gut sichtbar.
Ein kompakter Naturstopp ist der Zürsersee oberhalb von Zürs, der über einen Wanderweg erreichbar ist. Für einen kurzen Halt eignet sich das Umfeld der Flexenstraße mit Blick auf die umliegenden Grate.
Am südlichen Rand grenzt die Silvretta an das Gebiet. Ihr Randbereich ist über die Talausgänge in Richtung Klostertal und Montafon erreichbar. Die Hochlagen selbst liegen bereits außerhalb der eigentlichen Arlberg-Region und werden hier nur als Nachbarschaft genannt.
Auf der Vorarlberger Seite fällt das Klostertal mit seinen Wildbächen auf. Die Alfenz und ihre Zuflüsse haben tiefe Gräben in den Talboden gegraben; nach Regen führen die Bäche kräftig Wasser. Aussichts- und Rastpunkte entlang der Talstraße lassen sich für kurze Pausen nutzen.
Genuss & lohnende Schlechtwetter-Stopps
Entlang der Täler und auf den Höhen gibt es Alpgasthöfe und Jausenstationen mit regionaler Küche. Wichtig für Motorradfahrer: Wer weiterfährt, bleibt nüchtern. In Österreich gilt eine feste Promillegrenze, und die kurvenreiche Passstrecke verzeiht keine Fehleinschätzung. Alkohol gehört ans Ende der Etappe, nicht in die Mittagspause.
Bei schlechtem Wetter ist das Skimuseum in St. Anton am Arlberg ein trockener Anlaufpunkt. Es zeigt die Entwicklung des alpinen Skisports und die Ortsgeschichte und lässt sich in einer knappen Stunde durchgehen.
Im Sommer sind Teile der Bergbahnen in Betrieb und bringen Fahrgäste ohne eigene Anstrengung in die Höhenlagen. Ob und in welchem Zeitraum einzelne Bahnen laufen, wechselt je nach Saison; Betriebszeiten und Preise vor Anreise prüfen.
Wer einen ganzen Regentag überbrücken muss, kombiniert Museum, ein längeres Einkehren im Tal und eine überdachte Bergbahnfahrt. Das hält den Tag sinnvoll gefüllt, ohne bei Nässe die kalten, nebligen Passhöhen befahren zu müssen.